Samstag, 5. Februar 2022

Tag 13 => von Zacatecas nach San Miguel de Allende

Freitag, 05.02.22
gefahrene Kilometer: 420 km

Heute war der letzte Fahrtag. Nachdem wir unser tolles Hotel in Zacatecas verlassen hatten ging es noch einmal 420 km über größere und auch euch kleine Straßen in Richtung „San Miguel de Allende". Der Vorteil von kleineren Straßen war das wir auch durch kleine Ortschaften gefahren sind und so auch einmal das „das normale mexikanische Alltagsleben“ beobachten konnten. Es ist sehr interessant links und rechts das Treiben zu beobachten. Hier ist es ganz normal das z.B. die „Auspuff-Schweiß-Werkstatt“ neben der „Tortilla-Bäckerei“ liegt. Nach ca. der Hälfte der Strecke dann der erste Stopp an wir an unseren Maschinen etwas reparieren mussten. Nach dem Tanken sprang Ollis Maschine plötzlich nicht mehr an. Da auch im Cockpit die Anzeigen wild blinkten, war der der erste Gedanke „Batterie“. Also Werkzeug rausgeholt und die Tankverkleidungen abgebaut um an die Batterie zu kommen. Olli´s Gedanke war richtig. Kurz die Kontakte der Batterie gereinigt und neu festgeschraubt und schon war wieder alles i.O.

Dann ging es weiter. Links und rechts der Straße mal wieder Kakteen. Hunderte, Tausende, Hunderttausende. Allerdings wechselt sie Art manchmal. Große, kleine, dicke, dünne, etc. Was in Griechenland die Millionen Olivenbäume sind, sind hier die Kakteen.

Gegen 16.00 Uhr sind wir in San Miguel de Allende angekommen. Als erstes zu Matthias, dem deutschen der hier eine Autowerkstatt für Oldtimer-Rennwagen und Oldtimer- Restaurierungen betreibt. Ein weiteres „Standbein“ ist für ihn das Unterstellen von Fahrzeugen von Reisenden. Wohnmobile, etc. Nun auch Motorräder. Cool ist das er auch professionell repariert wenn notwendig. Die Werkstatt hat sehr viel Kenntnis, deutsche Gründlichkeit und einen Stundenlohn von ca. 20 Euro die Stunde (vergleicht das mal mit Deutschland..Faktor vier !?)

Nach einem kurzen Plausch, dann ab zum Hotel. Mitten in einer Wohnsiedlung und mitten im mexikanischen Alltag. Diesmal ist es eine private Unterkunft (Bed & Breakfast). Was soll ich sagen..super Haus. Von außen erkennt man das Null. Innen dann ein toller Innenhof, dort wachsen Zitronen und Orangen. Tolle Zimmer, eine Dachterrasse mit Ausblick über die ganze Stadt. Kurz die Sachen abgelegt, frisch gemacht und für eine Stunde in die Stadt, da wir uns am Abend noch mit Mathias (der von der Werkstatt) zum essen verabredet haben.

Die Stadt ist super gepflegt, die gepflegteste Stadt die ich bisher in Mexiko gesehen habe, alles toll restauriert, jede Menge Restaurants und Kneipen. Am zentralen Platz der Stadt „trifft man sich“. San Miguel de Allende ist eine ca. 80.000 Einwohner zählende Stadt im mexikanischen  Bundesstaat Guanajuato. San Miguel de Allende ist beliebt bei Künstlern vor allem aus den USA, welche sich hier niedergelassen haben. ca. 15 Prozent der Einwohner sind USA-Rentner. Die Stadt "San Miguel de Allende" liegt etwa 275 km (Fahrtstrecke) nordwestlich von Mexiko-Stadt auf einer Höhe von ca. 2.000 Metern.

Am Abend holt uns Matthias am Hotel ab und wir gehen in ein sehr nettes Restaurant. Wir laden Mathias ein, da er uns während der Vorplanung zu dieser sehr unterstützt hat. Damit ihr mal ein Gefühl für die Preise hier bekommt: wir hatten drei gemeinsame Vorspeisen (Nachos plus Dipp plus gefüllte Auberginen plus Bohnenmus), dazu jeder drei Bier und Olli und Mathias haben ein dickes T-Bone Steak gegessen (mit Maiskolben, Pommes, etc). ich hatte ein Curry-Huhn mit Reis, etc. Wir waren alle wirklich total satt. Die gemeinsame Rechnung betrug pro Person ca. 23 Euro. In Deutschland wäre die Rechnung mindestens Faktor zwei….

Im Anschluss ist Matthias noch mit uns durch die Stadt gefahren und hat uns sozusagen eine private Stadtführung gegeben. Gegen 00.00 Uhr sind wir müde “in´s Bett gefallen“. Morgen heisst es früh raus, die Motorräder müssen abgegeben werden, dazu muss alles umgepackt werden, etc. Dann heißt es Abreise…morgen dazu dann mehr.



Freitag, 4. Februar 2022

Tag 12 => von Real de Catorce nach Zacatecas

Donnerstag, 03.02.22
gefahrene Kilometer: 320 km

Die Nacht war kalt. In unserem Zimmer zog es durch jede Ritze. Auf knapp 2.800 Meter gelegen ist das nicht so schön. Aber dank meines Notfallschlafsacks den ich dabeihabe und diesen vorsorglich am abend „ausgerollt“ habe, ging es dann doch noch ganz gut. Gegen 10.00 Uhr haben wir Real de Catorce über die gut 25 km lange Kopfsteinpflaster-Zufahrtsstraße verlassen. Echt mies diese Straße, alles klappert und rüttelt.

Dann erst mal tanken. Mit 14 Litern Tankinhalt ist das zweimal am Tag meine Anlaufstation, Interessant: in Mexiko gibt es keine Selbstbedienung, es wird IMMER durch den Tankwart (ja, den gibt es hier noch) betankt. Spritpreis in Mexiko: ca. 1 Euro pro Liter für die „bessere" PREMIUM-Sorte mit 91 Oktan…das entspricht von der Oktanzahl her unserem ehemaligen Normalbenzin. Die Standardplörre mit 87 Oktan wollte ich meinem Motor (der ja mal für 91 Oktan entwickelt wurde) nicht antun 😊

Zurück von der „Kopfsteinpflaster-Stoßdämpfer-Teststrecke“ auf der Bundesstraße geht es dann 200 km fast nur schnurgerade geradeaus. Olli hat mal auf den Tacho geschaut: Wenn man bis zur Bergkuppe die Straße sieht, dann zu diesem Punkt fährt und man dabei den Tacho beobachtet hat sind es 30 km die man „sehen“ kann…nur geradeaus!

Zwischendurch dann mal wieder eine der zahlreichen Polizei bzw. Militärkontrollen, da müssen alle Autos durch. Ist so ca. alle 150 km der Fall. In Richtung Norden (in Richtung USA..das ist die Drogenroute !) viel häufiger als in Südrichtung. Kurze Fragen „woher/wohin“, immer mit etwas Zeichensprache verbunden (hier spricht kaum jemand englisch. Und wir kein spanisch) , dann geht es weiter.

Gegen 14. 00 Uhr sind wir dann an unserem heutigen Tagesziel ZACATECAS angekommen (so früh sind wir noch nie am Tagesziel angekommen). Hatte aber einen Grund: Wir haben uns eine alte Silbermine angeschaut. Zacatecas ist die Hauptstadt des gleichnamigen Bundesstaates in Zentralmexiko und hat knapp 130.000 Einwohner. Sie ist die berühmteste und reichste der mexikanischen Silberstädte und trug einst einen guten Teil zum spanischen Reichtum der frühen Neuzeit bei. Die Stadt ist für ihre koloniale Architektur bekannt. 1993 wurde der historische Kern der Stadt zum Weltkulturerbeder UNESCO ernannt.

Unser Hotel ist echt cool. Nach der recht einfachen Unterkunft gestern ist diese hier sehr ansprechend im Kolonialstil gebaut (siehe Fotos unten) und das für ca. (nur) 25 Euro pro Person für die Übernachtung. Sehr fair im Preis und optisch kein Vergleich zu den Motels der Hotelketten in den USA.

 






Donnerstag, 3. Februar 2022

Tag 11 => von Saltillo nach Real de Catorce

Mittwoch, 02.02.22
gefahrene Kilometer: 295 km

Heute ging es in die Berge. Abseits der normalen Strecken über „mal größere uns mal kleinere Bundesstraßen“ ist dieses Dorf in den Bergen durchaus mal eine Möglichkeit das „kleine“ Mexiko zu entdecken.

„Real de Catorce“, ist eine ehemalige Bergwerksstadt im mexikanischen Bundesstaat San Luis Potosí, die in der Endphase der Kolonialzeit (ab 1772) wegen ihres Silberreichtums große Bedeutung hatte. Sie liegt am Rande der östlichen Sierra Madre auf 2.755 Meter Höhe. Heute ist „Real de Catorce“ ein Städtchen mit touristischer Bedeutung mit etwa 1400 Einwohnern. Früher hatte der Ort bis zu 30.000 Einwohner. Die Zufahrt erfolgt durch einen zwei Kilometer langen Tunnel. Das Dorf war weitgehend verlassen und galt lange Zeit als Geisterstadt. Erst in den letzten Jahren wurde „Real de Catorce“ durch Touristen und aufgrund der Ansiedlung einiger Künstler wiederbelebt.

Nach Ankunft im Hotel durften wir unsere Motorräder mehr oder weniger „durch“ das Hotel fahren um sie auf der dahinterliegenden Hotel-Terrasse zu parken. Passt sich gut, so hatten wir heute mal einen guten Platz um mal zwei Stunden „Inspektion“ an den Motorrädern durchführen zu können.

Das Hotel selbst ist sehr ursprünglich, aber auch sehr einfach. Es bietet einen tollen Blick über die angrenzenden Täler, liegt aber auch sehr exponiert im Wind auf ca. 2.800 Meter Meereshöhe. Im Zimmer zieht es durch alle Ritzen ☹, mal sehen wie die Nacht wird.



Mittwoch, 2. Februar 2022

Tag 10 => von Laredo nach Saltillo (VIVA MEXIKO :-)

Dienstag, 01.02.22
gefahrene Kilometer: 320 km

Ab heute ändert sich einiges. Die vollgepackten Reisetage mit ca. 500 km Strecke pro Tag sind für diesen Urlaub vorbei. Ab sofort sind es nur noch ca. 300 km pro Tag. Auch die Inhalte des Tages ändern sich. Keine Besichtigungs-Highlights (Museen, etc) mehr, sondern ab sofort heißt es nur noch „der Weg ist das Ziel“. Wir wollen einfach das „links und rechts der Strecke aufnehmen“. Somit bekomme ich nun auch mehr Schlaf 😊 Bis hierhin  waren es max. 6-7 Stunden pro Nacht.

Heute haben wir die USA verlassen und sind nach Mexiko „rüber“ gefahren. Das Wetter: wolkenloser Himmel ab ca. 10.00 Uhr morgens bei lauschigen 25 Grad. Wärmer sollte es zum Motorrad fahren gar nicht sein. Notiz am Rande: heute haben wir die 4.000 km Strecke seit Beginn der Tour „voll gemacht“

Unser Hotel in Laredo war nur 10 Minuten Fahrt von der Grenze entfernt. Die Fahrt über die Grenze war völlig unspektakulär. Weder die US-Grenzer noch die mexikanischen Grenzer wollten unsere Pässe sehen. Interessant: noch auf US-Seite mussten wir 3,50 Dollar „Ausreisegebühr“ bezahlen. War mir neu, dass die USA damit ihr Geld verdienen 😊
Nach dem Grenzüberritt mussten wir zu einem Gebäude fahren was im Groben mir unserer KFZ-Zulassungsstelle vergleichbar ist (mehrere Schalter die wir in einer bestimmten Reihenfolge aufsuchen mussten) um sowohl uns als Person anmelden als auch das Motorrad im Land zollrechtlich einführen mussten. Dazu mussten wir die deutschen Fahrzeugscheine vorzeigen plus unsere Reisepässe. Dann wird eine Kaution fällig die wir wiederbekommen, wenn wir das Fahrzeug wieder aus dem Land ausführen. Die Grenzer sprachen etwas englisch, insofern war der Prozess zwar ungewohnt aber „machbar“ für uns.

Genau vor dem Gebäude ist der Grenzfluss zur USA, von der mexikanischen Grenze aus gesehen „dahinter“ kann man dann die ganze Pracht der USA sehen unter anderem ein dickes Outlet- Kaufhaus. Muss ein komisches Gefühl für manche Mexikaner sein, das „bunte“ zu sehen aber nicht rüber zu dürfen. So ähnlich stelle ich mir das damals in Ost Berlin vor.

Von der Strecke heute haben wir keine Bilder gemacht, da wir aus Sicherheitsgründen die ersten 200 km hinter der US-Grenze nicht angehalten haben. Zusätzlich sind wir aus Sicherheitsgründen die Kostenpflichtige Autobahn (ca. 12 Euro Gebühr für ca. 250 km) benutzt und nicht die Landstraße.

Wir haben heute mal begonnen uns „landestypisch“ zu ernähren. Tacos am Straßenrand und Enchiladas im Restaurant (und zwar in einem Restaurant wo nur Einheimische essen). Das Abendessen (Enchiladas) plus Bier für „all in“ etwas über 8 Euro…“Mexiko, du gefällst mir jetzt schon“



Dienstag, 1. Februar 2022

Tag 9 => von Houston nach Laredo

Montag, 31.01.22
gefahrene Kilometer: 540 km

Heute, am Letzen ganzen Tag in USA während dieses Urlaubs, war eine Typische Übersetzungsetappe angesagt. Einfach fahren..... Runter nach Laredo an die mexikanische Grenze…mehr nicht. Vorher noch kurz bei Dr. No vorbei. Ihr wisst nicht wer Dr.  Nowzaradan (genannt Dr. No) ist ? Müsst ihr auch nicht. Aber hier die Erläuterung: es gibt auf dem Sender TLC bei uns in Deutschland so eine amerikanische Dokuserie wo ein Arzt übergewichtigen Menschen hilft abzunehmen. Magenverkleinerung, etc. Titel der Doku in Deutschland: „mein Leben mit 300 Kg“. Im Prinzip eine traurige Sache da die meisten den Verlockungen von „Pizza, Burger und Co“ nicht widerstehen können auch wenn sie es Dr. No „hoch und heilig“ versprechen. Und wie es der Titel verspricht kommen die meisten mit gut 300 kg Gewicht in die Praxis. Da Kerstin und ich die Serie öfter mal anschauen....schnell ein (Beweis :-) Foto der Praxis gemacht und weiter geht es.

Geplante Strecke ist heute ein Highway (vergleichbar mit unseren Bundesstraßen) und keine Interstate. Ich hatte mir davon mehr „Landschaft“ versprochen. Der Tag wurde dann auch spektakulär: Nur leider nicht aufgrund der Strecke, sondern wegen des Wetters. Es hat vier Stunden wie aus Eimern geschüttet (mein erster Regen in diesem Urlaub). Dazu heftigster Seitenwind. Und wenn dann die LKW´s mit 130 km/h an einem vorbeifahren und man sekundenlang „wenig bis Garnichts“ sieht ist das unschön. Irgendwann nach ca. 4 Stunden waren die Handschuhe und die Stiefel durch (trotz Regen Kleidung sind das meist die Stellen die als erstes durch sind). Also angehalten, noch einen heißen Kaffee an der Tanke getrunken (schaut euch mal auf den Bildern die Kaffeeautomaten und die Getränke-Bar der Tankstelle an…klein gibt es hier NICHT) dazu noch schnell die Handschuhe gewechselt (man sollte immer Ersatz mit auf der Reise haben!) …..und weiter geht es.

Beim nächsten Tankstopp dann noch ein kurzer whats-app Austausch mit Olli bevor es für mich weiter geht: Eigentlich wollte ich einen Bogen von Houston nach Laredo über Corpus Christi fahren und wir wollten und dort auf ca. halber Strecke nach Laredo dann in Corpus Christi treffen. Olli ist ca. 2 Stunden vor mir losgefahren da er in Corpus Christi „seinen“ Flugzeugträger besichtigen wollte (ich habe ja „meinen“ schon in San Diego gehabt). Aufgrund des Wetters (bzw. aufgrund meiner gefühlt 5 cm Wasser in den Stiefeln) ist der Schlenker nach Corpus Christi aber für mich ausgefallen und ich bin direkt nach Laredo durchgefahren. Mit nassen Klamotten will man eigentlich nur noch an das Ziel und ankommen. Ca. eine Stunde dann vor Laredo: blauer Himmel (wie bestellt) und über 25 Grad…richtig warm. Gut so dann können die Klamotten erst einmal trocknen. Das Gepäck als solches (Koffer , Packrolle) ist zu 100% dicht. Wenn man bedenkt, das die Koffer nun fast 30 Jahre sind ist das eine echte Leistung. Die Koffer haben Martin und ich uns jeweils damals bei einem Motorradtreffen von einem Metallbauer aus 2mm geschweißtem Aluminium anfertigen lassen (der hat damals auf dem Motorradtreffen Werbung dafür gemacht) . Echte Handwerksarbeit, Mega-Stabil und immer noch dicht. Die meisten Motorrad- Alu-Koffer die man heute so kaufen kann haben viel dünneres Blech. Merke: alles was neu ist muss nicht besser sein 😊

Ab morgen: nach bisher 3.700 km gefahrenen Kilometern (in den acht Tagen dieses Urlaubs an dem mein Motorrad "bewegt" wurde) in den USA heisst es dann VIVA MEXIKO !